Festival Bruhns 350

Das Projekt

Die Theodor-Storm-Schule als Gymnasium mit Musikzweig möchte mit einem besonderen Projekt einen Beitrag zum Jubiläumsjahr des berühmten musikalischen Sohns der Stadt leisten. In diesem Zusammenhang hoffen wir, Bruhns im kulturellen Gedächtnis der Stadt wieder mehr Geltung zu verschaffen. Die Festwoche (29. KW 2015) umfasst einen Themenabend im Schloss vor Husum, ein Festkonzert in der Marienkirche und eine musikalische Lesung in der Tauf-Kirche des Komponisten, St. Jacobi in Schwabstedt. Darüber hinaus wurde im Februar ein Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben.

Der Oberstufenchor der TSS und der Leipziger Kammerchor „ensemble avelarte“ gestalten gemeinsam mit dem Barock-Orchester Nicolaus-Bruhns-Consort, das auf historischen Instrumenten der Barockzeit musiziert, einen Konzertabend in der Husumer Marienkirche. Dabei werden einige Kantaten sowie Orgelwerke des Komponisten aufgeführt. Das ensemble avelarte beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit dem Kantatenwerk Nicolaus Bruhns ́ und brachte dieses erfolgreich zur Aufführung. Für die Schüler der TSS bietet sich die einmalige Gelegenheit, mit einem versierten Ensemble Alter Musik und einem Barockorchester zu konzertieren.

Das Zustandekommen geht auf den langjährigen Kontakt zwischen Guido Mattausch und Jan Hahn zurück. Während des gemeinsamen Studiums an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ lernten sich die beiden kennen und blieben auch als Gymnasiallehrer über die Jahre in Kontakt. Regelmäßig treffen sie sich auf privater Basis mit anderen ehemaligen Kommilitonen, um sich fachlich auszutauschen und Ideen für schulische Vorhaben, wie das hier beschriebene, zu entwickeln.

Weitere Informationen und Konzertmitschnitte finden Sie hier (http://www.bruhns350.de).

Plakat
Flyer

Festkonzert Bruhns 350 Marienkirche zu Husum

Nicolaus Bruhns

Das Projekt

Die Theodor-Storm-Schule als Gymnasium mit Musikzweig möchte mit einem besonderen Projekt einen Beitrag zum Jubiläumsjahr des berühmten musikalischen Sohns der Stadt leisten. In diesem Zusammenhang hoffen wir, Bruhns im kulturellen Gedächtnis der Stadt wieder mehr Geltung zu verschaffen. Die Festwoche (29. KW 2015) umfasst einen Themenabend im Schloss vor Husum, ein Festkonzert in der Marienkirche und eine musikalische Lesung in der Tauf-Kirche des Komponisten, St. Jacobi in Schwabstedt. Darüber hinaus wurde im Februar ein Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben. Weiterlesen

Buxtehude: Membra Jesu Nostri

 

„Ein einzigartiges genreübergreifendes Konzertprojekt des Leipziger ensemble avelarte mit Leipziger und Berliner Barock­musikern und dem Schauspieler und Synchronsprecher Peter Reinhardt verbindet Musik, bildende Kunst und das gesprochene Wort und verspricht ein intensives und emotional packendes Konzerterlebnis.“

Dieterich Buxtehude

MEMBRA JESU NOSTRI (BuxWV75)

Als der Lübecker Dieterich Buxtehude (1637-­1707) 1680 seinen Passionszyklus “Membra Jesu Nostri“ komponierte, hatte er sich als Komponist und Orgelvirtuose längst einen Namen gemacht. Heute ist Membra Jesu nostri patientis sanctissima (Die heiligsten Gliedmaßen unseres leidenden Jesu) ­ so der vollständige Titel der Komposition ­ sein wohl bedeutendstes Vokalwerk. Weiterlesen

Midsommar – Schwedische Chormusik

Im Gegensatz zu Deutschland, wo der propagandistische Missbrauch des gemeinschaftlichen Singens durch die Nationalsozialisten tiefe Spuren hinterlassen hatte und wo Adornos Musikantenkritik sogar zur jahrzehntelangen Verbannung des gemeinsamen Musizierens aus den Musikklassenzimmern führen sollte, war das Verhältnis der Schweden zum Singen und zu ihrem Volksliedgut stets unverkrampft. Zum Einen zeigt sich hier der Einfluss der schwedischen Freikirchen, die der musikalischen Erziehung und dem gemeinsamen Singen seit jeher große Bedeutung beimessen. Andererseits aber verhalf seit dem Zweiten Weltkrieg Eric Ericson durch sein langjähriges Wirken als Dirigent des schwedischen Rundfunkchores und des Stockholmer Kammerchores dem Chorsingen in Skandinavien nicht nur zu stetig wachsender Beliebtheit, sondern auch vielen schwedischen Volksliedsätzen zu ungebrochener und europaweiter Popularität. So genießt in Schweden gleich ein ganze Reihe nationalromantischer Chorkompositionen – beispielsweise jene von Hugo Alfvén (Uti vår hage, Aftonen, Glädjens blomster, Och jungfrun hon går i ringen) und Wilhelm Stenhammar (Sverige, I Seraillets have) oder allen voran der Sommarpsalm von Waldemar Åhlén – bis heute mindestens den Bekanntheits- und Beliebtheitsstatus, den in Deutschland bestenfalls Mendelssohns O Täler weit, o Höhen für sich verbuchen kann.

Neben der Chormusik früherer Epochen, bildete vor allem die Neue Musik einen Schwerpunkt in Ericsons Chorarbeit. Seine Popularität und der Erfolg seiner Arbeit bot den zeitgenössischen schwedischen Komponisten die vielversprechende Perspektive, sich auch mit Chorkompositionen Gehör zu verschaffen. Zu nennen wären hier Komponisten wie etwa Arne Mellnäs, Sven-Erik Bäck, Sven-Eric Johanson oder Ingvar Lidholm, mit dem Eric Ericson an der Stockholmer Musikhochschule jahrzehntelang zusammenarbeitete.

Auf ganz anderer Art und Weise machte sich der Ericson-Schüler und Leiter des Göteborger Kammerchors Gunnar Eriksson um die Weiterentwicklung der Chormusik verdient. Mit seinen experimentellen Arrangements traditioneller skandinavischer Volksweisen und Choräle gelingt ihm der innovative Spagat zwischen der Wiederbelebung alter improvisatorischer Techniken und einer modernen Klangästhetik. So entlehnt Eriksson aus der Renaissance beispielsweise das Quodlibetprinzip (Tempus adest floridum/Den blomstertid nu kommer) oder den Proportionskanon (Ack Värmeland du sköna) und dringt damit in eine besondere Klangwelt vor, die typischerweise zwischen clusterartigen Klangflächen und farbigen Jazzharmonien hin und her zu schwingen scheint. Gunnar Eriksson gilt heute als Gründervater der modernen Chorimprovisation.mmerkonzerte stehen ganz im Zeichen der Sommersonnenwende. Midsommar wird in Schweden groß gefeiert. Das inspiriert uns, diese Tradition mit sommerlichem Liedgut aus Skandinavien zu pflegen.

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Passionskonzert Via Crucis (Franz Liszt)

 Die Konzentration auf einzelne, sich über Stille erhebenden Töne, Skalen und Klänge können in dem sich darauf einlassenden Hörer Gefühle ohnmächtiger Verzweiflung erwecken. Über diesem musikalischen Eindruck soll sich die Andacht zur Passionszeit entfalten. Hier „predigt“ der 1865 zum Priester geweihte Komponist mit den ihm zur Verfügung stehenden musikalischen Mitteln. Dabei bedient er sich einer enormen stilistische Vielfalt aus mehreren kompositionsgeschichtlichen Epochen: 

Gregorianischer Hymnus (Einleitung und Station XIV) und protestantisches Kirchenlied (Stationen IV und XII), Choralsatz a la Bach (Station VI) und mit spätromantischer Harmonik expressiv gesteigerte Choralvariation (Station XII), unbegleitetes Solorezitativ, dramatisches Chor-Unisono und Frauenchor-Passagen. Diese vielfältigen vokalen Elemente sind eingebettet in einen technisch zwar einfachen, musikalisch aber höchst komplizierten und harmonisch raffinierten Orgelsatz. Die Hälfte der vierzehn Stationen sind reine oder doch vorwiegend reine Orgelsätze.

(Unter Verwendung des Vorwortes zur Druckausgabe von Thomas Kohlhase (Liszt 1977) und Han Theill (Rheinberger, 1995))

Autor: Juliane Baron

Vertonung berühmter Dichter

Die Geschichte von den beiden Lausbuben »Max und Moritz« ist sicher Wilhelm Buschs berühmtestes Werk. Daneben erfreuen sich aber auch seine Welt- und Menschheitssatiren, wie etwa »Die fromme Helene« oder »Hans Huckebein«, die viele Menschen bis heute erheitern und ihren Zitatenschatz bereichern, ungebrochener Beliebtheit.

Über die moralische Substanz und den pädagogischen Wert seiner Werke ist viel gestritten worden. Unbestritten jedoch ist Buschs Meisterschaft in der Art und Weise, der Gesellschaft seiner Zeit den Spiegel vorzuhalten und typisch deutsche Verhaltensweisen oder einfach nur menschliche Schwächen zu karikieren. Dabei verdankt die groteske Komik seiner Bildergeschichten ihre Wirkung einem ausgefeilten Zusammenspiel von Text und Bild. Durch die originelle Kombination eines gewitzten Reim-Sprachspiels mit einer subtilen Darstellung mimischer Nuancen im Bild entwickelte er eine einzigartige Bildersprache, die entscheidende Impulse für ein Ende des 19. Jahrhunderts in den USA aufkommendes neues Medium setzte. Nicht zu Unrecht wird er daher vielfach als Urvater des Comics bezeichnet.

Ihn allein als Unterhalter oder Spaßmacher zu sehen, wäre allerdings zu einseitig, wenngleich bei allem Spott und aller Schadenfreude der Mensch hinter den lustigen Geschichten verborgen bleibt. Gesungen und gelesen geben im Konzert bekannte und weniger bekannte Gedichte und Geschichten von Wilhelm Busch einen heiter-humorvollen aber auch denkwürdigen Einblick in das Leben und Werk des vermeintlichen ersten Humoristen der Nation.


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Unser Chor

Seit seiner Gründung ist das Ensemble ein wichtiger Bestandteil der überaus reichen Musikszene Leipzigs. Hier, wo so bedeutende Musiker wie Bach, Mendelssohn, Schumann und Wagner ihre Spuren hinterlassen haben, wurde der Kammerchor 1998 als Ensemble Cantare gegründet. Sängerinnen und Sängern, die in den renommierten Chören der Stadt – unter anderem in den Gewandhauschören oder im MDR-Kinderchor – eine fundierte musikalische Ausbildung genossen hatten, fanden sich auf Initiative von Frank-Steffen Elster, dem heutige Leiter des GewandhausKinderchores, zusammen, um auch in Kammerchorstärke zu musizieren. Von Beginn an war den Mitgliedern die intensive musikalische Arbeit in dieser kleinen Besetzung ebenso wichtig wie der Spaß am Singen und an der Gemeinschaft. Mit dem Ziel, die Probenarbeit und Konzertaktivitäten zu professionalisieren, wurde 1999 ein Verein gegründet und der Chor in diesem Zuge in ensemble avelarte umbenannt – ein Kunstwort, das sich aus den Wörtern „Ave“ und „l‘ arte“ zusammensetzt, ein Gruß an die Kunst also.

Das Repertoire von avelarte ist vielseitig und erfordert große sängerische Flexibilität, die durch regelmäßige Stimmbildung parallel zu den Proben garantiert wird. Es umfasst weltliche und geistliche Chorliteratur aus verschiedenen Epochen, Stilen, Regionen – a cappella oder mit Instrumentalbegleitung musiziert. So wurden in den letzten Jahren unter anderem Choralkantaten von Felix Mendelssohn Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozarts „Waisenhausmesse“, barocke Passionsliteratur, Madrigale des 16. und 17. Jahrhunderts, romantische Liederprogramme, skandinavische und französische Kompositionen des 19. und 20. Jahrhunderts aufgeführt.

Die musikalischen Programme des Ensembles bestechen dabei durch thematische Geschlossenheit mit bewusst gesetzten, manchmal ungewöhnlichen inhaltlichen Schwerpunkten. So entstanden unter anderem Programme mit Vertonungen der Texte William Shakespeares oder Wilhelm Buschs. Ein weiterer Schwerpunkt sind Programmkonzepte, die Musik, Bild, Text und Tanz intermedial verbinden.

Avelarte gastierte bereits auf dem Barockschloss Rudolstadt und beim Dieskauer Musiksommer. Besondere Höhepunkte des aktuellen Konzertjahres waren bzw. sind ein intermediales Konzert mit Dietrich Buxtehudes „Membra Jesu nostri“ in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und die Mitwirkung bei den Festtagen anlässlich des 350. Geburtstages von Nicolaus Bruhns in Husum.

Nach wie vor versteht sich avelarte als Teil der lebendigen Leipziger Musiklandschaft und ist jedes Jahr mit Konzerten zur Passion, zu Weihnachten sowie Sommerkonzerten mit weltlichen Programmen in Stadt und Umland präsent, gestaltet aber auch Gottesdienste mit dem Universitätsorganisten Daniel Beilschmidt in der Nikolaikirche, Wandelkonzerte zum Tag des offenen Denkmals und war bei der Eröffnung der „Leipziger Notenspur“ dabei.