Rarität: Heinrich Rinck, Motetten und Kantaten

 

Das Ensemble Avelarte lädt Sie zu einem besonderen Chorkonzert in der Passionszeit  ein.

Es erklingen sehr selten aufgeführte Motetten und Kantaten des Komponisten Heinrich Rinck, einem Thüringer Komponisten aus der Zeit der Romantik. Er war einer der besten Organisten seiner Zeit und komponierte vor allem Orgelmusik und Vokalwerke. Seine Vokalmusik lebt von Elementen der Polyphonie und des Kontrapunkts, die eigene Klangvorstellungen im Sinne von J.S. Bach erkennen lassen.

 

 

avelarte Schlössertour

Die Epoche der Romantik war wie keine andere maßgebend für die Entwicklung der Chormusik in Deutschland. So kann einerseits das heute vorwiegend in Vereinen organisierte Laienchorwesen auf die im 19. Jahrhunderts als Ausdruck eines erstarkenden und zunehmend kulturbewussten Bürgertums massenhaft entstehenden Singvereinigungen zurückgeführt werden. Andererseits brachte die Epoche auch die neue Gattung des Chorliedes hervor, die im Repertoire heutiger Kammerchöre zum Standard gehören.

War für die romantischen Künstler die Naturidylle und das sehnsuchtsvollen Erleben von besonderer Bedeutung, übten auch Schlösser und Burgen eine magische Anziehungskraft auf sie aus. Sie nämlich stehen nicht nur für längst vergangene Zeiten oder für das Märchen- und Sagenhafte, sondern sie boten den Romantikern auch eine ideale Kulisse für ihre mystischen Traum- und Rauschwelten.

Im Sommer 2016 begab sich das Leipziger ensemble avelarte mit seiner Schlössertour durch Sachsen auf die Spuren dieses romantischen Zeitgeistes. Neben bekannten Chorwerken von Mendelssohn, Schumann und Brahms standen auch weniger bekannte u.a. von Fanny Hensel oder Clara Schumann auf dem Programm. Gedichte, Briefe und Zeitdokumente, gelesen vom Schauspieler und Synchronsprecher Peter Reinhardt, ergänzten die Musik und gaben interessante Einblicke in das Leben und Denken jener Zeit.

what a mass! avelarte goes gospel

Dabei beschritten wir ein für uns völlig neues musikalisches Gebiet und überraschten in unserem diesjährigen Adventskonzert mit Gospels und Traditionals. Verstärkt wurden wir vom Kammerchor der Theodor-­Storm-­Schule Husum, einer eigens für das Konzert zusammengestellten Band sowie dem Leipziger Jazz­-Sänger Elias Zill. Weiterlesen

Nicolaus Bruhns

Das Projekt

Die Theodor-Storm-Schule als Gymnasium mit Musikzweig möchte mit einem besonderen Projekt einen Beitrag zum Jubiläumsjahr des berühmten musikalischen Sohns der Stadt leisten. In diesem Zusammenhang hoffen wir, Bruhns im kulturellen Gedächtnis der Stadt wieder mehr Geltung zu verschaffen. Die Festwoche (29. KW 2015) umfasst einen Themenabend im Schloss vor Husum, ein Festkonzert in der Marienkirche und eine musikalische Lesung in der Tauf-Kirche des Komponisten, St. Jacobi in Schwabstedt. Darüber hinaus wurde im Februar ein Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben. Weiterlesen

Buxtehude: Membra Jesu Nostri

 

„Ein einzigartiges genreübergreifendes Konzertprojekt des Leipziger ensemble avelarte mit Leipziger und Berliner Barock­musikern und dem Schauspieler und Synchronsprecher Peter Reinhardt verbindet Musik, bildende Kunst und das gesprochene Wort und verspricht ein intensives und emotional packendes Konzerterlebnis.“

Dieterich Buxtehude

MEMBRA JESU NOSTRI (BuxWV75)

Als der Lübecker Dieterich Buxtehude (1637-­1707) 1680 seinen Passionszyklus “Membra Jesu Nostri“ komponierte, hatte er sich als Komponist und Orgelvirtuose längst einen Namen gemacht. Heute ist Membra Jesu nostri patientis sanctissima (Die heiligsten Gliedmaßen unseres leidenden Jesu) ­ so der vollständige Titel der Komposition ­ sein wohl bedeutendstes Vokalwerk. Weiterlesen

Sommerkonzerte – Madrigale des 16. und 17. Jahrhunderts

Sommerkonzerte „Vom Lieben, Leben und Trinken“

Europäische Madrigale des 16. und 17. Jahrhunderts 

Begleiten Sie uns auf einem musikalischen Streifzug durch das Europa der Renaissance. Mit Madrigalen aus England, Spanien, Frankreich, Deutschland und Italien erleben Sie die weltliche Vokalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts.

 

Midsommar – Schwedische Chormusik

Im Gegensatz zu Deutschland, wo der propagandistische Missbrauch des gemeinschaftlichen Singens durch die Nationalsozialisten tiefe Spuren hinterlassen hatte und wo Adornos Musikantenkritik sogar zur jahrzehntelangen Verbannung des gemeinsamen Musizierens aus den Musikklassenzimmern führen sollte, war das Verhältnis der Schweden zum Singen und zu ihrem Volksliedgut stets unverkrampft. Zum Einen zeigt sich hier der Einfluss der schwedischen Freikirchen, die der musikalischen Erziehung und dem gemeinsamen Singen seit jeher große Bedeutung beimessen. Andererseits aber verhalf seit dem Zweiten Weltkrieg Eric Ericson durch sein langjähriges Wirken als Dirigent des schwedischen Rundfunkchores und des Stockholmer Kammerchores dem Chorsingen in Skandinavien nicht nur zu stetig wachsender Beliebtheit, sondern auch vielen schwedischen Volksliedsätzen zu ungebrochener und europaweiter Popularität. So genießt in Schweden gleich ein ganze Reihe nationalromantischer Chorkompositionen – beispielsweise jene von Hugo Alfvén (Uti vår hage, Aftonen, Glädjens blomster, Och jungfrun hon går i ringen) und Wilhelm Stenhammar (Sverige, I Seraillets have) oder allen voran der Sommarpsalm von Waldemar Åhlén – bis heute mindestens den Bekanntheits- und Beliebtheitsstatus, den in Deutschland bestenfalls Mendelssohns O Täler weit, o Höhen für sich verbuchen kann.

Neben der Chormusik früherer Epochen, bildete vor allem die Neue Musik einen Schwerpunkt in Ericsons Chorarbeit. Seine Popularität und der Erfolg seiner Arbeit bot den zeitgenössischen schwedischen Komponisten die vielversprechende Perspektive, sich auch mit Chorkompositionen Gehör zu verschaffen. Zu nennen wären hier Komponisten wie etwa Arne Mellnäs, Sven-Erik Bäck, Sven-Eric Johanson oder Ingvar Lidholm, mit dem Eric Ericson an der Stockholmer Musikhochschule jahrzehntelang zusammenarbeitete.

Auf ganz anderer Art und Weise machte sich der Ericson-Schüler und Leiter des Göteborger Kammerchors Gunnar Eriksson um die Weiterentwicklung der Chormusik verdient. Mit seinen experimentellen Arrangements traditioneller skandinavischer Volksweisen und Choräle gelingt ihm der innovative Spagat zwischen der Wiederbelebung alter improvisatorischer Techniken und einer modernen Klangästhetik. So entlehnt Eriksson aus der Renaissance beispielsweise das Quodlibetprinzip (Tempus adest floridum/Den blomstertid nu kommer) oder den Proportionskanon (Ack Värmeland du sköna) und dringt damit in eine besondere Klangwelt vor, die typischerweise zwischen clusterartigen Klangflächen und farbigen Jazzharmonien hin und her zu schwingen scheint. Gunnar Eriksson gilt heute als Gründervater der modernen Chorimprovisation.mmerkonzerte stehen ganz im Zeichen der Sommersonnenwende. Midsommar wird in Schweden groß gefeiert. Das inspiriert uns, diese Tradition mit sommerlichem Liedgut aus Skandinavien zu pflegen.

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Passionskonzert Via Crucis (Franz Liszt)

 Die Konzentration auf einzelne, sich über Stille erhebenden Töne, Skalen und Klänge können in dem sich darauf einlassenden Hörer Gefühle ohnmächtiger Verzweiflung erwecken. Über diesem musikalischen Eindruck soll sich die Andacht zur Passionszeit entfalten. Hier „predigt“ der 1865 zum Priester geweihte Komponist mit den ihm zur Verfügung stehenden musikalischen Mitteln. Dabei bedient er sich einer enormen stilistische Vielfalt aus mehreren kompositionsgeschichtlichen Epochen: 

Gregorianischer Hymnus (Einleitung und Station XIV) und protestantisches Kirchenlied (Stationen IV und XII), Choralsatz a la Bach (Station VI) und mit spätromantischer Harmonik expressiv gesteigerte Choralvariation (Station XII), unbegleitetes Solorezitativ, dramatisches Chor-Unisono und Frauenchor-Passagen. Diese vielfältigen vokalen Elemente sind eingebettet in einen technisch zwar einfachen, musikalisch aber höchst komplizierten und harmonisch raffinierten Orgelsatz. Die Hälfte der vierzehn Stationen sind reine oder doch vorwiegend reine Orgelsätze.

(Unter Verwendung des Vorwortes zur Druckausgabe von Thomas Kohlhase (Liszt 1977) und Han Theill (Rheinberger, 1995))

Autor: Juliane Baron

Vertonung berühmter Dichter

Die Geschichte von den beiden Lausbuben »Max und Moritz« ist sicher Wilhelm Buschs berühmtestes Werk. Daneben erfreuen sich aber auch seine Welt- und Menschheitssatiren, wie etwa »Die fromme Helene« oder »Hans Huckebein«, die viele Menschen bis heute erheitern und ihren Zitatenschatz bereichern, ungebrochener Beliebtheit.

Über die moralische Substanz und den pädagogischen Wert seiner Werke ist viel gestritten worden. Unbestritten jedoch ist Buschs Meisterschaft in der Art und Weise, der Gesellschaft seiner Zeit den Spiegel vorzuhalten und typisch deutsche Verhaltensweisen oder einfach nur menschliche Schwächen zu karikieren. Dabei verdankt die groteske Komik seiner Bildergeschichten ihre Wirkung einem ausgefeilten Zusammenspiel von Text und Bild. Durch die originelle Kombination eines gewitzten Reim-Sprachspiels mit einer subtilen Darstellung mimischer Nuancen im Bild entwickelte er eine einzigartige Bildersprache, die entscheidende Impulse für ein Ende des 19. Jahrhunderts in den USA aufkommendes neues Medium setzte. Nicht zu Unrecht wird er daher vielfach als Urvater des Comics bezeichnet.

Ihn allein als Unterhalter oder Spaßmacher zu sehen, wäre allerdings zu einseitig, wenngleich bei allem Spott und aller Schadenfreude der Mensch hinter den lustigen Geschichten verborgen bleibt. Gesungen und gelesen geben im Konzert bekannte und weniger bekannte Gedichte und Geschichten von Wilhelm Busch einen heiter-humorvollen aber auch denkwürdigen Einblick in das Leben und Werk des vermeintlichen ersten Humoristen der Nation.


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